06.06.14 00:53 Alter: 3 yrs

„Dolmetschen als Inszenierung“

VON: L. HAGEN UND S. WOLF

Lehrkräfte der BBS Germersheim nehmen an Seminarveranstaltung der Johannes-Gutenberg Universität Mainz in Germersheim teil





Im Rahmen der Seminarveranstaltung „Dolmetschen als Inszenierung“ an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, am Fachbereich 06, in Germersheim wurden die Lehrkräfte Stephanie Wolf und Linda Hagen von der Berufsbildenden Schule von ihrer ehemaligen Kollegin Liliana Bizama eingeladen, an einem Praxisseminar als Fachkräfte teilzunehmen. Unter der Leitung von Frau Dr. Sebnem Bahadir und Julia Yakushova professionalisieren in diesen Veranstaltungen studierende Fachdolmetscher/-innen ihr Können und bereiten sich so auf reale Situationen vor. Bisher arbeiteten die Studierenden hauptsächlich mit Ärzten und Kräften aus dem sozialpädagogischen Bereich zusammen. Diesmal wurde mit den Mitarbeitern aus dem Bereich Schule ein Elterngespräch simuliert, mit einem besonderen Fokus auf Empathie und Emotionen.

Zu diesem Zweck wurde das Szenario einer Klassenkonferenz mit Anhörung eines Schülers und seiner Eltern in einer Berufsbildenden Schule inszeniert, bei der das Fachdolmetschen für die Eltern des Schülers, die kaum Deutsch sprechen, im Mittelpunkt stand. Dazu benötigten die Studierenden Hinweise zum Ablauf einer Klassenkonferenz und einen fiktiven Anwendungsfall, welcher an den Schulalltag angelehnt sein sollte. Als Fachkräfte konnten Wolf und Hagen ihre bisherigen Erfahrungen gut weitergeben und die Rollen der Klassen- und Abteilungsleitung einnehmen, um den Studierenden Raum für Beobachtungen zu geben.

Die Studierenden teilten sich in vier Kleingruppen auf. Drei Gruppen beobachteten die Rollen des Schülers, des Lehrers und der Eltern, die vierte Gruppe spielte das Szenario in den Sprachen Türkisch, Polnisch, Russisch und Arabisch durch. 

Hautnah erlebten die beiden Lehrkräfte, wie es sich anfühlt, eine Sprache nicht verstehen zu können – sehr befremdlich und teilweise auch unangenehm. Allerdings wurde klar, dass durch das Dolmetschen mehr Informationen der Eltern übermittelt werden konnten. Die Studierenden spielten ihre Rollen mit sehr viel Sachverstand und Emotionen, so dass auch das pädagogische Handeln der Lehrkräfte gefordert war. Fachdolmetscher und Lehrkräfte machten viele neue Erfahrungen, auch durch den eindrucksvollen Perspektivenwechsel. 

Aufgrund der großen Zustimmung und des positiven Feedbacks freuen sich die Lehrerinnen Stephanie Wolf und Linda Hagen, auch im nächsten Semester wieder mit dabei zu sein. Sie wollen dazu beitragen, dass Elterngespräche in Zukunft nicht mehr nur von Familienangehörigen, häufig den eigenen Kindern und Schülern, übersetzt werden, sondern von professionellen Fachdolmetschern, in objektiver und entspannter Atmosphäre.


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